Geschichte
Im Jahre 1980 feierte Harthausen sein 750-jähriges Bestehen. Bis heute
konnte sich die durch ihren Tabakanbau berühmt gewordene Gemeinde
ihren dörflich-ländlichen Charakter bewahren.
Römische Gräber und römische Straßen weisen auf eine sehr frühe Besiedlung
im Raum Harthausen hin. Der Ort wurde im 9. bis 10. Jahrhundert von den Franken
gegründet und erstmals 1230 unter dem Namen Hardhusen erwähnt. Die heutige
Schreibweise ist seit dem 16. Jahrhundert bekannt.
1065 kam Harthausen unter die Landeshoheit des Hochstift Speyers, das
bereits seit 974 die Gerichtsbarkeit innehatte. 1235 wurde der Ort an das
St. German-Stift übertragen, das bis 1797 die Lehns- und Zehntrechte ausübte,
wobei aber die Oberhoheit der Speyerer Bischöfe gewahrt blieb. Seit etwa 1475
wurde Harthausen vom hochstiftlichen Unteramt Marientraut in Hanhofen verwaltet.
Nach der französischen Besetzung, die von 1792 bis 1813 dauerte, gehörte
Harthausen zum Kreis Speyer im „Bayerischen Rheinkreis“ und nach dem Zweiten
Weltkrieg zum Landkreis Speyer, der 1969 im Landkreis Ludwigshafen, heute
Rhein-Pfalz-Kreis, aufging.
Von besonders historischer Bedeutung war der Besuch
des damaligen bayerischen Prinzen Luitpold im Jahre 1849. Auf seiner Reise
durch die Pfalz besuchte er die immer königstreu gebliebene Gemeinde und
schenkte ihr als Anerkennung für ihre Treue zum König einen Tabakschuppen
zum Dörren der geernteten Tabakblätter. Bis vor wenigen Jahren hängten die
Tabakbauern Harthausens dort noch ihren Tabak auf.
Der "königlich-bayerische" mittlerweile unter Denkmalschutz stehende Schuppen
wurde mit Unterstützung des Landes, des Denkmalschutzes und des Landkreises
restauriert und zu einer kulturellen Begegnungsstätte umgebaut.